Text: NAJU Bayern
Bild: Canva Pro
Lesezeit: 2 Minuten

LEBENSRAUM FELD: PERDIX PERDIX

Eine Art im Rückzug

Früher war das Rebhuhn in Bayern quasi der „Nachbar von nebenan“. Wenn man über die Felder gelaufen ist, hat man es überall gehört oder flattern sehen. Heute? Ist es fast so etwas wie ein Geist. Wenn du heute ein Rebhuhn live siehst, hast du statistisch gesehen echt Glück gehabt.

Die harten Fakten zuerst: Über 90 % der Rebhühner in Deutschland sind einfach weg. In ganz Bayern gibt es oft nur noch ein paar tausend Paare. Dass ein Vogel, den früher jedes Kind kannte, fast komplett von der Bildfläche verschwindet, zeigt ziemlich deutlich, dass auf unseren Feldern gerade gewaltig was schiefgeläuft.

🔄 PERSPEKTIVWECHSEL: EIN TAG ALS REBHUHN

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Rebhuhn (Perdix perdix) auf Schotter

Um zu verstehen, warum die Zahlen so einbrechen, müssen wir die Welt mal aus 20 Zentimetern Höhe betrachten – direkt aus der Sicht eines Rebhuhns:

Stell dir vor, du suchst ein Zuhause. Du brauchst keine aufgeräumten Rasenflächen, sondern ein bisschen „kontrolliertes Chaos“. Du suchst nach dichten Hecken, um dich vor dem Habicht zu verstecken, und nach hohen Wildkräutern, in denen du deine Eier sicher ablegen kannst.

Doch wo früher bunte Ränder an den Äckern waren, steht heute oft eine grüne Wand aus Mais oder Beton. Für dich als Rebhuhn ist ein perfekt gespritztes Feld ohne Unkraut wie eine riesige, lebensfeindliche Wüste. Es gibt keine Deckung und – noch schlimmer – keine Insekten. Deine Küken finden nichts zu fressen und verhungern im „sauberen“ Feld. Was für uns nach Ordnung aussieht, ist für das Rebhuhn schlichtweg das Ende.

🔄 PERSPEKTIVWECHSEL: EIN WARUM UNS DAS NICHT EGAL SEIN KANN

Das Rebhuhn ist eine sogenannte „Leitart“. Das bedeutet: Es steht stellvertretend für eine ganze Lebensgemeinschaft. Geht es dem Rebhuhn dreckig, leiden auch Feldlerchen, Feldhamster und Wildbienen. Wenn wir den Blickwinkel ändern und anfangen, die Landschaft wieder „rebhuhn-freundlich“ zu gestalten (mit Hecken und Blühstreifen), retten wir automatisch die gesamte Vielfalt vor unserer Haustür.

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🕵️ DER REBHUHN-CHECK (INTERAKTIV)
Hast du das Zeug zum Rebhuhn-Retter? Geh mal gedanklich dein Dorf oder deine Stadtgrenze ab und mach den Check aus der Rebhuhn-Perspektive:

  • Wüste oder Wohnzimmer? Siehst du nur endlose Felder und Asphalt oder gibt es noch wilde Ecken mit Gebüsch? 
  • Buffet-Check: Summt und brummt es im Sommer auf den Wiesen? Ohne Krabbeltiere kein Rebhuhn-Nachwuchs.
  • Sound-Check: Das Rebhuhn knarzt fast wie eine rostige Türangel („Kierrick“). Hörst du das noch irgendwo?
  • Deine Mission: Wenn du beim Spaziergang ein Rebhuhn siehst oder hörst, melde uns deinen Spot auf Insta @najubayern! Wir sammeln diese „Geister-Sichtungen“, um zu zeigen, wo die Rettung der Feld-Natur beginnen muss.
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